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Rechte an Originaldaten von Layouts, Infografiken, gestalteten Bild- und Grafik-Kompositionen

Der Inhalt beschäftigt sich mit den Rechten an Originaldaten. Lesedauer: 15 Minuten

Urheberrechte und Nutzerrechte an den Originaldaten.

Layouts, Grafiken, Bild- und Grafik-Kompositionen und das ewige Missverständnis in Sachen Rechte an Originaldaten.

In diesem Beitrag geht es um die Erklärung der Rechte an verschiedenen Daten und Klärung der Begriffe.

Fazit – das Wichtigste vorweg:

Wenn ein Kunde mit dem Urheber keine expliziten Vereinbarungen über gestaltete Werke getroffen hat, bleiben die Rechte und die Originaldateien beim Urheber. Der Kunde erhält die für seinen Zweck erstellen Produktionsdateien als Kopien oder auch fertige Dateien, Enddateien oder Auslieferungsdaten. Der Kunde erhält Nutzungsrechte, die zeitlich, räumlich und quantitativ festgelegt wurden. Der Urheber behält zeitlebens die Urheberrechte an jedem von ihm erstellen Werk. Er kann frei entscheiden, was er mit den Originaldaten anstellt.

Zum Verständnis, warum das so ist und wie die Praxis aussieht, soll der nachfolgende Artikel dienen. Urheber wissen das meist, Kunden leider zu 90% nicht. Es ist für Gestalter, Layouter und Grafiker immer wieder nervenaufreibend, sich mit den Grundsatzfragen des Urheberrechts mit Kunden auseinanderzusetzen.

  • Wer hat welche Rechte an Originaldaten und den fertigen Enddateien?
  • Was sind Nutzungsrechte?
  • Was ist Art Buyout?

Der Artikel beschreibt die Bedeutung der Begriffe Originaldaten, Produktionsdaten oder auch Enddateien sowie die Rechte der Gestalter und Urheber an ihren Werken und was Kunden als Nutzer der Werke bekommen. Außerdem wird kurz beleuchtet, welche Rechte sie an den erhaltenen Daten haben. Immer wieder führen Unklarheiten in Sachen Urheberrecht und Nuzungsrechten leider zu Missverständnissen und letztlich Reibereien zwischen den Beteiligten.

Das Problem auf den Punkt gebracht:

Der Kunde möchte die Originaldaten haben, die ihm der Urheber zur Recht verweigert. Das versteht der Kunde nicht und wird sauer oder er zieht weitere Aufträge zurück.

Typisches Szenario:
Ein Grafiker oder Layouter – so wie ich auch einer bin – erarbeitet auf der Basis einer oder mehrerer Besprechungen mit dem Kunden ein Layout, eine Infografik oder eine Bildcollage oder Bildkomposition. Der Kunde möchte ein digitales Ergebnis in Form einer zur Produktion des (Werbe-)Mediums geeigneten Form erhalten.

Beliebte Medien sind Drucksachen, Webseiten, Messeausstattungen, Merchandising Artikel, Geschäftsausstattungen, Folienbeschriftungen u.s.w.

Der Kunde erhält eine zur Medienproduktion geeignete Datei. Das Format einer fertigen Datei (=Endprodukt) hat üblicherweise eines der folgenden Formate oder der Kunde bekommt einen ganzen Satz an Dateien unterschiedlicher Formate, die auszugsweise genannt werden:

  • PDF-Datei (portable document Format: Produktionsdatei für universelle Verwendung Online oder für Druckzwecke)
  • JPG-Date (joint expert group Format: Pixeldatei ohne Ebenen und Transparenzen für Großformatdrucke, Kataloge, Internet)
  • TIFF-Datei (tagged image file format: unkomprimiertes oder verlustfrei komprimierbares Pixeldateiformat für universelle Zwecke außer Internet)
  • EPS-Datei (encapsulated postscript Format: Postscript Druckerdateien ohne Layoutbox; meist für Firmenlogos, techn. Zeichnungen und in der Druckvorstufe verwendet)
  • PS-Datei (postscript Format: Postscript Druckerdateien mit Layout- und anderen Objektboxen; fast ausschliesslich für komplette Druckproduktionen in der Druckvorstufe verwendet)
  • PNG-Datei (portable networks graphics, Pixeldatei)

Diese fertigen End-Dateien oder zur Medienproduktion geeigneten Produktionsdaten sind NICHT ohne weiteres änderbar in dem Sinn, wie der Urheber dies mit seinen Originaldaten tun kann.

Unterscheidung Originaldaten und Produktionsdaten

Originaldateien oder Originaldaten sind Dateien, die vom Urheber (Grafiker, Layouter, Fotograf) mit speziellen Anwenderprogrammen erstellt werden. Originaldateien haben ein spezielles eigenes Dateiformat, das in dieser Form nicht zur Produktion von Medien vorgesehen und konzipiert ist. Um zu verstehen, was Originaldaten praktisch ausmacht, soll die Liste der Merkmale für mehr Verständnis sorgen.

Originaldateien…

  1. gehören dem Urheber (das Urheberrecht ist unveräußerlich!)
  2. haben ein spezielles, dem jeweiligen Erstellungsprogramm entsprechendes, ureigenes Format (indd, psd, ai, drw, docx, xlsx, fh, qxd etc.)
  3. enthalten Zwischenergebnisse und das Endergebnis von Projekten
  4. enthalten abwandelbare Varianten und Form-Derivate
  5. enthalten formatspezifische variable Möglichkeiten zur jederzeitigen Abwandlung (über Ebenen, Objektgruppen, Variablen, Container, Verknüpfungen, Programme/Skripte, Form- und Code-Bibliotheken) für die effiziente Veränderung von Form, Layout und Struktur der gestalteten Elemente
  6. können durch Abwandlung ihrer enthaltenen Elemente immer wieder neu komponiert, arrangiert oder gelayoutet werden
  7. Originaldateien wecken stets Begehrlichkeiten der Kunden, weil sie gern die Agenturleistung umgehen wollen
  8. enthalten durch ihre Re-Arrangierbarkeit meist weitergehende Wertschöpfungsmöglichkeiten
  9. der Urheber kann nach eigenem Ermessen Teile von eigenen Gestaltungen oder komplette Werke auch anderen Kunden verkaufen (in Form von Nutzungsrechten)
  10. mehrfach verwerten

Analogien zum Thema Urheberrecht und Nutzungsrecht

Durch den Besitz der Originaldateien ist es möglich, die volle Bandbreite der im Werk enthaltenen Wertschöpfung durch Variantenbildung auszuschöpfen und somit weitere Umsätze zu generieren. Das wird in der Wirtschaft seit eh und je millionenfach praktiziert. Werbeagenturen, Programmierer und Softwarehäuser.

Beispiele:

  • Wenn Sie eine Cola des bekannten Weltmarktführers für Cola kaufen, erhalten Sie ein Endprodukt in der bestimmten Menge zu einem bestimmten Preis. Sie werden jedoch niemals das Rezept dafür erhalten.
  • Sie kaufen beim Handwerksbäcker ein prämiertes Brot, das weitläufig nur dieser Bäcker anbietet. Auch hier werden Sie das Rezept niemals erhalten, sondern nur das Endprodukt.
  • Ein Erfinder hat ein neues Produkt erfunden. Er meldet Patente an, um sich vor Nachahmern und Trittbrettfahrern zu schützen – das ist die rechtliche Seite. Praktisch wird er also niemals seine Rezeptur oder Herstellverfahren oder was auch immer einzigartig wertschöpfend an seiner Erfindung ist, seinen Kunden schenken oder gar Konkurrenten Kopien seiner Pläne überlassen.
  • Ein Layouter erstellt ein neues Corporate Design für einen Verlag und er kreiert ein neues Magazinformat. Der Kunde bekommt vereinbarungsgemäß die zeitlich und räumlich uneingschränkten Nutzungsrechte an den gestalteten Werken (Geschäftsausstattung, Magazinlayout samt Originaldateien). Der Kunde hat ein sog. Art Buyout gemacht, d. h. er hat dem Urheber alle Nutzungsrechte abgekauft und zwar exklusiv!

Was haben diese Beispiele mit Originaldateien und Produktionsdateien zu tun?

Das Rezept wird in beiden o. g. Fällen von den Inhabern = Urhebern = Besitzern lediglich in Form von Lizenzen (Nutzungsrechten) vergeben. Im Fall des Cola Herstellers erhalten auch andere Abfüller das Recht zur Nutzung des Konzentrats aber nie das Rezept selbst. Der Bäcker kann von anderen Vertragsbäckereien nach Zahlung von Lizenzgebühren sein Brot backen lassen.

Zurück zu den Originaldaten der digitalen Wirtschaft für Onlinegrafik und Drucksachen: Würde ein Kunde ohne entsprechende Zahlungen an den Urheber dessen Werk(e) verwenden oder verwerten, ohne den Urheber am Gewinn zu beteiligen, entsteht dem Urheber ein Schaden.

Rezepturen, Formeln, universelle digitale Baukästen bleiben aus wirtschaftlichen Interessen beim Urheber oder Besitzer.

Ich ziehe das vorangegangene Beispiel noch einmal heran: Die ursprünglichen Original-Kreationen/Rezepte der Getränkeherstellers und des Bäckers bleiben vor der Konkurrenz und den Endkunden verborgen. Es wird einfach verhindert, dass Dritte ihre eigene Cola herstellen oder ihr eigenes Brot backen können ohne den Urheber daran zu beteiligen. Noch ungerechter wäre, durch leichte Abwandlung weitere Produkte herzustellen und so die Basisarbeit der Urheber kostenlos weiter auszubeuten. Anmerkung: Urheberrechte können allerdings vererbt werden.

Zurück zur Digitalwirtschaft:

Sobald der Kunde die universellen Originaldateien exklusiv haben möchte, kann er sie kaufen.

Art Buyout nennt sich der Kauf der exklusiven Rechte an gestalteten Originalen und ist der korrekte Weg, Urheber und Kunden rechtlich und finanziell angemessen zu bedienen. Mit dem Art Buyout erhält der Kunde die exklusiven Rechte an den Originaldaten zur i. d. R. zeitlichen und räumlichen unbegrenzen Nutzung. Das bedeutet, dass der Rechteerwerber selber die Originaldaten wirtschaftlich als Einziger verwerten darf. Entweder nur für sich selber oder durch beliebige Verwertung und Erstellung von Varianten, die er zu Geld machen kann.

Durch Art Buyout wird dem Urheber eine angemessene Entschädigung für entgangende Gewinne durch sein nicht mehr wirtschaftlich nutzbares Werk gezahlt.

Originaldateien – Formate in der digitalen Wirtschaft, speziell im Online Business oder der Werbewirtschaft

Das digitale Gold steckt in vielen Datensammlungen. Das können die sogenannten Steuer-CD’s sein oder Datenpakete aus BigData Archiven oder eben wie in diesem Artikel gezeigt die Dateien der Werbewirtschaft und der gestalteten digitalen Werke:

  • Bildcollagen oder Bild Komposings (mehrebnige Bildmontagen auf Pixelbasis ermöglichen zigtausende Varianten)
  • Infografiken (modulartig organisierte Grafiken, durch Variablen veränderbar, variantenreich exportierbar, fertige Grundelemente in Form- und Layout Baukästen oder innerhalb von Element-Bibliotheken angelegt)
  • Layoutsysteme (mehrebnige, parametrisch änderbare Strukturlayouts für Websites oder Layout Vorlagen für Drucksachen)

Gestalter verwenden zur Erstellung ihrer Werke bestimmte Dateiformate für Originaldateien, die nur kompatibel mit ganz bestimmten Anwenderprogrammen zusammen hängen. Die folgende Liste zeigt die typischen Formate:

Formate Für Originaldaten bei Layouts und Vorlagen der Druckwirtschaft

  • QXD ⇒ QuarXPress Format für Drucksachen jeder Art
  • INDD ⇒ Adobe Indesign Format für Drucksachen jeder Art

Formate Für Originaldaten bei Grafiksachen und Gestaltungen für Online- und Druckwirtschaft

  • CDR ⇒ Corel Draw Format für Drucksachen, Aufkleber, Großformatlayouts, Folienbeschriftungen, Online Grafik
  • AI ⇒ Adobe Illustrator

Formate Für Originaldaten bei Bildern für Online- und Druckzwecke

  • PSD ⇒Adobe Photoshop für Bildmontagen, white label Produkgruppen (Verpackungen), Teilebibliotheken (freigestellte Objekte)
  • PDB ⇒ Adobe Photoshop grioßes Format für weitergehende Elemente Sammlungen auf Ebenen, Kanälen und Pfaden
  • RAW ⇒ Kamera Rohdatenformat, zum Exportieren in unzählige Varianten

Im Bereich der Programmierung:

  • PHP-Datei (PHP Quellcode, wird zur Laufzeit interpretiert)
  • JS-Datei (JavaSkript Quellcode, wird i. d. R. zur Laufzeit interpretiert, clientseitig)
  • PY-Datei (Python Quellcode, wird zur Laufzeit interpretiert)
  • PL-Datei (Perl Skript, wird zur Laufzeit interpretiert)

Anmerkung: Bei den zuvor genannten Formaten der Programmierung wird es leider schwierig, die Originaldaten = lauffähiges Programm vor dem Missbrauch zu schützen, denn sobald der Kunde den Code einmal hat, kann er folglich tun und lassen, was er will. Bei den Interpreter Programmiersprachen ist das er Fall. Quellcode, der erst compiliert (z. B. C, C++ u.s.w.) werden muss und daraus dann eine ausführbare allein lauffähige Programmdatei entsteht, kann geschützt werden, weil nur die fertige Programmdatei dem Kunden überlassen wird. Solange ein Quellcode nicht Public Domain oder Open Source ist, werden Inhaber von kommerziellem Quellcode diesen schützen.

Vereinbarungen zwischen Kunden und Grafikern, Designern und Gestaltern

Sofern Sie nichts anders im Vorfeld vereinbaren, erhalten Sie als Kunde eine Endfassung Ihres bestellten Werkes aber regelmäßig nicht die Originaldaten. Enddateiensind die Produktionsdaten oder einfach die fertigen Dateien. Ich weise z. B. innerhalb meines Angebots (hier) darauf hin, dass meine Kunden Nutzungsrechte erhalten und in welchen Fällen Art Buyout möglich ist.

Originaldaten Nutzungsrechte

Art Buyout

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Als Grafik Freelancer, Webmaster, Admin, Texter, EDV-Coach und Trainer für verschiedene Medienbereiche aus dem digitalen Leben gibt es sehr viele interessante Themen, zu denen ich hier in loser Folge Artikel schreibe:

  • Digitales Leben
  • Internet & Design Trends
  • Präsentieren in digitalen Welten
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Neben eigenen Artikeln greife ich die Nachrichten und News des Tages aus Print, Fernsehen und aus diversen Foren und Portalen aus dem Internet auf und verfasse gelegentlich Kommentare und alternative Ansichten – zu einseitig und oberflächlich erscheint mir zuweilen die Mainstream Unterhaltung. Kommentare und Fragen zum täglichen Geschehen aus den Bereichen:

  • Wissenschaft
  • Politik, Religion
  • Gesellschaftliches Leben
  • Aktuelle Ereignisse

Manchmal hilft alles nichts, wenn Verstand und Wissen mit den Achseln zucken: Hier findet unter dem Schlagwort Satire der beissende Humor seinen Platz, deswegen wird es in einer satirischen Rubrik den einen oder anderen Seitenhieb geben. Kein Blatt vor den Mund und kein Feigenblatt unter der Gürtellinie.

Das Beste für Sie, euch!

Andreas Lenné